Wer verdient an der Pleite der SWG ?
Zu den vielen Partnerschaften, die das Leben so mit sich bringt, zählen auch die Geschäfts- und Städtepartnerschaft. Beide Formen der Partnerschaft betreiben die Städte Freiberg und Darmstadt exzessiv. Vor neun Jahren beschlossen die beiden Städte ein ordentliches Geschäft zwischen ihren jeweiligen Wohnungsbaugesellschaften abzuschliessen - zum Wohle beider Städte, könnte man meinen. Der Bauverein Darmstadt hat in der Tat 930 Wohnungen gekauft und der Freiberger SWG dafür 37 Mio € bezahlt, von denen 22 Mio € für die Sanierung verwendet wurden. Die SWG hat auch ordentlich und brav die jährliche Generalmiete von 2,2 Mio € bezahlt. Der Bauverein jedoch hat nur 378 der 930 Wohnungen behalten, die restlichen 552 hat er an die BVD Immobilien GmbH & CO Friedeburg KG (BVD Immo) weiterverkauft. Man muß sich das in Form eines geschlossenen Immobilienfonds vorstellen. Der Verkaufspreis vom Bauverein an die BVD Immo ist nicht bekannt. Vertraglich hat sich der Bauverein verpflichtet, die 552 Wohnungen im Jahr 2006 wieder zurückzukaufen für einen fest vereinbarten Preis, der auch nicht bekannt ist. Von den beim Bauverein verbliebenen Wohnungen wollte man in den 10 Jahren zwischen 1996 und 2006 möglichst viele an die Mieter oder private Investoren verkaufen. Die restlichen würden dann 2006 zusammen mit den von der BVD Immo zurückgekauften 552 Wohnungen wieder an die SWG verkauft werden zu dem bereits im Jahr 1996 fest vereinbarten Preis von 60 Mio €. Die Darmstädter Fraktion UWIGA, die sich im Rahmen des Darmstädter Abwasserskandals profiliert hat und eher als konservativ-liberal einzuschätzen ist, sich aber nicht so recht durch CDU/FDP vertreten fühlt, hat umfangreiche Materialien erstellt, mit der die Mitglieder des Darmstädter Stadtrats vor einem unüberlegten Abschluss im Streit um die Friedeburg-Immobilien gewarnt werden. Die hier abgedruckte Skizze zum Friedeburg-Deal zeichnet den Verlauf des Geschäfs zwischen Freiberg und Darmstadt nach. Die spannendste Frage, die sich aus dem dargebotenen Material, was der Redaktion des "FreibÄrger" vorliegt und auf Anfrage über die Mail-Adresse an Interessierte Freiberger(innen) geschickt wird, bleibt: Wer in Darmstadt und in Freiberg sind die stillen Teilhaber, die sozusagen als Bauherren am stillen Beteiligungsmodell partizipiert und abgesahnt haben? Darauf erwarten wir zumindest von der linken Opposition im Freiberger Stadtrat bald eine Aufklärung!